The Medium im Test | Eher Medium-Rare als gut durch | EarlyGame
Ist The Medium mehr als nur Mittelmaß?

The Medium im Test | Eher Medium-Rare als gut durch

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Junge, Junge, waren wir aufgeregt, als wir The Medium frühzeitig spielen durfte. Der Trailer versprach eine sehr interessante und einzigartige Geschichte. Wir waren super gespannt darauf, das Spiel zu testen und zu sehen, ob die Entwickler, Bloober Team, ihr Versprechen einhalten konnten.

Jetzt, nachdem wir das Spiel gespielt haben, haben wir gemischte Gefühle.

The Medium Review - Das Negative : Unbeholfene Kamera & Steuerung

Das erste, was beim Spielen auffiel, war die feste Kameraperspektive, die sehr an ältere Resident-Evil-Titel erinnert. Ob das Euer Ding ist oder nicht, ist eine Frage der persönlichen Vorliebe. Wir haben im Test die feste Perspektive manchmal jedoch als nervig empfunden. Es ist ein cooles Stilmittel, aber wenn ihr euch in größeren Räumen ganz hinten befindet, ist es einfach schwer etwas zu sehen und noch schwieriger, die Situation zu navigieren.

The Medium gruseliges gesicht
Meine Reaktion wenn die Kamera mal wieder Ärger macht. (Quelle: Bloober Team)

Was mich zu dem nächsten Punkt bringt, der negativ aufgefallen ist: Die unglaublich unbeholfene Spielerbewegung. Sie fühlt sich einfach falsch an, unpräzise und gibt einem das Gefühl, als würde man mit einem Lenkrad spielen. Ich muss allerdings anmerken, dass wir das Spiel mit Maus und Tastatur gespielt haben. Vielleicht fühlt sich die Bewegung mit einem Controller besser an.

Wenn wir über die Bewegung sprechen, müssen wir auch die Animationen ansprechen: Besonders die Laufanimation ist einfach mehr als steif und unbeholfen. Immerhin ist das Motion-Capture in den Zwischensequenzen schön... zumindest bis man sich die Gesichter genauer ansieht. Leider sind die Gesichtsanimationen nicht existent. Das ist Hollywood–Botox-Level 100. Sad, wie der ehemalige POTUS sagen würde. Im heutigen Spiele-Zeitalter erwarten wir besseres.

ABER: Wir räumen das Negative zuerst aus dem Weg, damit wir uns auf das Positive konzentrieren können. Genug geschimpft, denn Bloober Team hat auch bei The Medium vieles richtig gemacht: Das Voice-Acting ist großartig und emotional – es ist abwechslungsreich und verkauft den stärksten Aspekt des Spiels perfekt: Die Geschichte.

The Medium Review – Das Positive: Die spannende Geschichte

The Medium Screenshot
Plot-Twist: Sauron entkam aus Mittelerde und hat einen Überraschungsauftritt in The Medium. (Quelle: Bloober Team)

Die Geschichte hatte uns schon nach den ersten Minuten in ihren Bann gezogen und ließ uns in den folgenden Stunden immer tiefer in ihre verdrehte, dunkle Parallelwelt versinken.

Um jegliche Spoiler zu vermeiden, werden wir hier nicht zu tief in die Geschichte einsteigen, sondern sie kurz zusammenfassen: Ihr spielt Marianne. Sie hat übersinnliche Fähigkeit, die Geisterwelt zu sehen und zu erforschen. Diese ist eine dunkle Spiegelung unserer Realität, in der all die Dinge, die wir verdrängen, Gestalt annehmen.

The Medium Screenshot
Ähm... bitte bleib verdrängt, okay? (Quelle: Bloober Team)

In dem Spiel spielt ihr entweder in der Geisterwelt oder in der realen Welt und manchmal auch beides gleichzeitig! Wir haben uns sofort in die verrückte Geisterwelt und die Geschichten, die sie erzählt, verliebt. Das Design erinnerte uns sehr an die Love, Death, Robots episode “Beyond the Aquila Rift”.

Zwei parallele Welten zu haben, eröffnet eine Menge Möglichkeiten für Rätsel, und das ist es, was man den größten Teil des Spiels tun wird. Selbst wer nie der größte Rätselfan war, dem wird das dunkle, verdrehte Psycho-Horror-Setting von The Medium trotzdem ans Herz wachsen.

Um es in kitschigen, typischen Review-Begriffen auszudrücken: Dies ist ein Spiel, das einen packt und nicht mehr loslässt. Das gilt hier besonders, da sich der Horror manchmal allzu real anfühlt...

The Medium Review – Die Überraschung: Mehr Mental Health als Horror

The Medium Spiel Gif
"Mein Therapeut wird das nie glauben." (Quelle: Bloober Team)

Nun, wir müssen erwähnen, dass der Horrorteil nicht so... gruselig ist. Zumindest nicht im traditionellen Sinne - erwartet nicht, dass ihr mit braunen Hosen rauskommt wie z.B. in Outlast. In The Medium geht es viel mehr um Psycho-Horror, der sich wirklich um das Setting und die Stimmung dreht. Hier ist definitiv ein starker Einfluss von Spielen wie Silent Hill zu erkennen.

The Medium adressiert bei zahlreichen Gelegenheiten Mental Health, also psychische Gesundheit an. Es spricht über Depressionen, Schizophrenie und Suizid, was wir sehr mochten (so sehr, wie man diese Dinge mögen kann). Es erinnert an Hellblade: Senua's Sacrifice – eines unserer Lieblingsspiele aller Zeiten.

Genau wie Senua's Sacrifice macht The Medium eine Sache besonders gut: Horror durch Sound zu vermitteln. Sound erzeugt natürlich viel stärkere Emotionen als es visuelle Bilder jemals könnten. Das Sound-Design in The Medium ist in jeder Sekunde des Spiels einfach ON POINT.

Das Sounddesign, gepaart mit der Geschichte und ihren Themen, hat uns während des achtstündigen Durchspielens gefesselt und in seinen Bann gezogen.

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The Medium Review – Das Fazit

Abgesehen von dem Spiegelwelt-Gameplay bringt The Medium nicht viele frische Ideen auf den Tisch und kann visuell nicht immer überzeugen, manchmal fühlt es sich einfach unbeholfen und steif an.

Die Rettung kommt in Form der wirklich tollen Geschichte des Spiels: Sie ist fesselnd und schafft es, einen zu packen. Das ist der Punkt, an dem The Medium wirklich glänzt.

Genau wie dieser Test braucht auch The Medium ein wenig Zeit, um wirklich zum besten Teil zu kommen. Ist das Spiel es wert? Ja, wenn ihr auf der Suche nach einem Mystery-Spiel mit reifen Themen und einer düsteren, erschütternden Atmosphäre sind.

  • Erscheinungsdatum: Januar 28, 2021
  • Entwickler: Bloober Team
  • Genre: Psychologischer Horror
  • Single Player
  • Plattformen: Microsoft Windows, Xbox Series X|S

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Originaltext von EarlyGames Valentin Kiss