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EarlyGame Talk: Warum liebe ich Spiele, die sich wie Arbeit anfühlen?

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Animal Crossing New Horizons
Animal Crossing fühlt sich oft wie Arbeit an und ist trotzdem eines meiner Spiele des Jahres! (Quelle: Nintendo)

Videospiele sind ein so tolles Medium, da sie durch neue Welten und aufregende Abenteuer fantastischen Eskapismus zum oft grauen Alltag bieten. Und welche Videospiele spiele ich am meisten? Solche, die sich oft wie Arbeit anfühlen! Warum?! Schauen wir uns das doch mal genauer an...

Die Erkenntnis, dass ich gerne solche Spiele zocke, kam mir irgendwann im Mai. Wie viele von euch sicherlich auch, war ich praktisch in meinem Zimmer eingesperrt und hatte gefühlt unendlich viel Zeit um zu zocken. Hier kommt schon mein erstes Geständnis: meine Lieblings-Videospiel-Reihe ist die Fußballsimulation Pro Evolution Soccer (PES) von Konami. Und zwar nicht MyClub, Konamis Äquivalent zu EAs FIFA Ultimate Team. Nein, ich spiele nur Karrieremodus und zwar einen Spielstand, so lange bis das nächste PES erscheint.

PES 2020
Ich liebe PES und werde nie aufhören, es zu spielen! (Quelle: Konami)

Ich war in PES 2020 schon im zehnten Jahr meiner Karriere als Manager meines Lieblingsteams, also konnte ich mich, dank der ganzen neuen Freizeit, voll den 2030er Jahren meiner digitalen Arbeit widmen. Hurra! Wurde mir dabei jemals langweilig? Nicht wirklich. Ich liebe Fußball und habe auch immer das Gameplay von PES geliebt. Doch ist es vor allem die Aufmachung des Karrieremodus, die mich bei Stange hält. Spieler scouten, Verträge aushandeln, E-Mails lesen und so weiter... ich liebe es!

Es fühlt sich nicht nur toll an, das Runde ins Eckige zu kicken, sondern auch, über in-game Jahre hinweg etwas aufzubauen und zu entwickeln. Spieler kommen und gehen zu sehen. Die Arbeit fühlt sich toll an weil man durch die investierte Zeit etwas erreicht, was einen mit Leidenschaft und Freude füllt. Und wenn mein digitaler Johan Cruyff nach Dekaden rigoroser Arbeit einen Schrank voller Trophäen vorzuweisen hat, fühlt sich das auch großartig an!

Trotz meiner alten, immerwährenden Liebe zum digitalen Managerdasein, wollte ich meinen Stubenarrest mit neuen Spielen auflockern. Was waren also die ersten beiden Spiele, die ich mir als weiteres Lockdown-Futter geholt habe? Richtig... Animal Crossing: New Horizons und Death Stranding! Oh je... nicht gerade die aufregendsten Titel, richtig? Falsch!

Animal Crossing New Horizons Garden
Gärtnern in Animal Crossing kann zwar aufwendig sein aber ist wirklich schön. (Quelle: Nintendo)

Das Insel-Aufbauspiel Animal Crossing: New Horizons ist wirklich herzig schön und voller unterhaltsamer, knuffiger Charaktere und Charme. Das Spiel ist aber auch wirklich mühselig! Besonders stark aufgefallen ist mir die umständliche, aufwendige Natur der Profitmaximierung, als ich in den Rüben-Markt (eine Art Aktienmarkt à la Sesamstraße) eingestiegen bin, um komplett überteuerte Brücken bauen zu lassen. Fast alles in diesem Spiel erfordert viel Aufwand, Zeit und in-game Geld.

Und obwohl das anstrengend und blöd klingt, hatte ich wahnsinnig viel Spaß mit dem Spiel. Einerseits durch ein ähnliches Gefühl, wie das was ich oben schon beschrieben habe: der Aufwand spiegelt sich in der Weiterentwicklung eurer Insel wieder. Es ist immer ein tolles Gefühl in Spielen, wenn man über Stunden hinweg eine Siedlung oder Ähnliches aufbaut. Außerdem hat Animal Crossing einfach eine fantastische, herzerwärmende Atmosphäre! Ich möchte meine Zeit einfach gerne auf dieser herzerwärmend schönen Insel verbringen. Danke, Nintendo.

Death Stranding
Es ist grau, anstrengend und überlang... ich liebe es! (Quelle: Sony/Kojima Productions)

Herzerwärmend schön ist Death Stranding dagegen wirklich gar nicht. Das genaue Gegenteil davon. Man verbringt die meiste Zeit damit, durch eine deprimierende, post-apokalyptische Welt zu gehen um Pakete auszuliefern! Für viele Spieler klang das wie ein Albtraum: Death Stranding hatte eine gespaltene Rezeption und es ist komplett verständlich, dass sich viele Spieler von diesem Spiel vor den Kopf gestoßen fühlen.

Aber wieder einmal war ich voll dabei. Und ich glaube ich weiß woran das liegt: nicht nur an der bescheuert übertriebenen und sehr unterhaltsamen Story oder dem wirklich sehr gut designten Gameplay (das Spiel kommt immer noch von Hideo Kojima, der weiß wirklich wie man ein gutes Spiel zaubert), sondern an der Struktur des Spiels. Jede Lieferung belohnt euch mit "Likes" und greift damit eine ähnliche Idee auf, wie Open-World Spiele voller Checklisten, wie Assassin's Creed und Far Cry: wir als Menschen/Spieler lieben es einfach, durch große Welten zu reisen und jedes Mal wenn wir irgendwas machen, Punkte zu kriegen!

Es ist ziemlich primitiv und das Spiel nutzt diese Mechanik auch, um (mal mehr, mal weniger clever) eine Kritik zu äußern. Aber: man kann nicht verneinen, dass es süchtig machend ist!

Arbeit kann oft nervig und anstrengend sein und man denkt sich eigentlich fast immer, man würde in dem Moment lieber etwas anderes machen. Doch wenn Arbeit "gameified" wird, kann es ein sehr effektives Mittel sein, um Spieler in eine Welt eintauchen zu lassen. Man verbringt oft viel Zeit damit, mühselige Dinge zu tun; doch umgesetzt in spaßigem Gameplay, kann dies wunderbar funktionieren, um das Gefühl zu geben, etwas zu erreichen und aufzubauen. Oder um durch primitives abarbeiten einen Dopamin-Defizit auszugleichen. Auch gut.

Außerdem war 2020 verdammt anstrengend und ihr könnt diese Spiele auch perfekt zocken, indem ihr den Kopf abschaltet und nebenbei Podcasts hört. Sehr entspannend und empfehlenswert!

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