Persona 5: Strikers Review | Eine clevere Evolution | EarlyGame
Die Bande ist zurück in Style!

Persona 5: Strikers Review | Eine clevere Evolution

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Persona 5 Strikers Banner
Persona 5: Strikers ist eine Meisterwerk in Spieldesign und Weltenaufbau. (Quelle: Atlus)

Als ich mich hinsetzte, um Persona 5: Strikers zu spielen, wurde ich sofot ins Jahr 2016 zurückversetzt. Die Musik, der Kunststil, die Charaktere – ein Sturm der Nostalgie, als wäre das Spiel vor 20 Jahren erschienen. Strikers packt euch von den ersten Momenten an und zieht euch zurück in das klassische Abenteuer mit Stil und einer einzigartigen neuen Interpretation der klassischen Formel. Doch was kann das Spiel noch?

Es sagt viel über Persona 5 aus, dass es mein Spiel des Jahres war... zweimal. Als es 2016 auf den Markt kam, hat es meine Vorstellungskraft gefesselt und mich durch seine fesselnde Geschichte in seinen Bann gezogen. Als ich es 2020 mit Persona 5: Royal erneut durchspielte, fesselten mich die verschiedenen Änderungen erneut und jetzt, beim aktuellen Lockdown, habe ich nichts dagegen, dem Alltag erneut zu entkommen.

Als ich mich also mit Persona 5: Strikers hinsetzte und es mich packte, stellte ich mir die Frage: Hat Persona es wieder geschafft, könnte dies ein Anwärter für mein Spiel des Jahres sein, so früh im Jahr 2021? Es wird keine kurze Antwort geben, denn eine Zusammenfassung würde Atlus neuestem Werk niemals gerecht werden.


Dieser Test enthält keine Story-Spoiler oder Inhalte, die über den ersten Shibuya-Abschnitt hinausgehen. Wir haben ein Reviewexemplar von Persona 5: Strikers für PS4 erhalten und diese Rezension wurde nach fast 40 Stunden Spielzeit geschrieben.

Persona 5: Strikers Review: Die Bande kommt wieder zurück

Die Phantom Thieves sind zurück und verändern mit ihren Metaverse-Shenanigans Herzen und Köpfe. Aber dieses Mal erkunden wir statt Palästen Kerker, in denen Monarchen die Wünsche ihrer Opfer gefangen halten. Ihr verändert Herzen, befreit Seelen und habt einen Riesenspaß dabei.

Die Welt von Persona 5: Strikers bringt eine Menge bekannter Konzepte zurück. Ein Metaverse, Personas, die euch im Kampf helfen, geplagte Seelen, die ihr retten müsst und eine Gruppe von Freunden, mit denen ihr abhängen könnt. Es gibt jedoch einige sehr wichtige Änderungen. Anders als in Persona 5 vergeht die Zeit an festgeschriebenen Stellen in der Story und nicht basierend auf den Aktionen des Spielers. Oh, und wir wagen uns an mehrere Orte außerhalb von Tokio.

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Das Einstiegskerker in Persona 5: Strikers ist eine gute Einführung in die Konzepte des Spiels, leider aber nicht so fesselnd wie spätere Kerker. (Quelle: Atlus / In-Game-Screenshot)

Der Eröffnungsabschnitt des Spiels bringt uns zurück nach Shibuya, so geschäftig wie immer, aber vereinfacht auf seinen Kern. Die erzählerische Einfachheit ist das Auffälligste an Persona 5: Strikers, denn ihr folgt den Handlungspunkten in einer beinahe linearen Weise. Zwischen den Ereignissen habt ihr etwas Freizeit, in denen ihr einkaufen geht, euch mit eurer Bande anfreundet und die Landschaft genießt.

Dieser neue, vereinfachte Ansatz könnte Persona 5-Veteranen erst mal ein wenig vor den Kopf stoßen, aber macht euch keine Sorgen. Die Vielfalt der Umgebungen in den realen Schauplätzen des Spiels und die Dichotomie von Schatten- und realer Welt machen Persona 5: Strikers zu einem wahren Erlebnis.

Wir werden nichts aus der Story spoilern, aber es gibt hier einige interessante Twists zu den Kernkonzepten des Spiels. Wir ziehen quer durch Japan und wechseln die Herzen, die Reihe an Bösewichten ist eine ebenso vielfältige Mischung wie im Original. Das Spiel erforscht weiterhin die menschlichen Konzepte von Liebe, Gier und Scham auf interessante und fesselnde Weise, wobei jedes Mitglied der Bande irgendwann im Laufe der Kampagne ins Rampenlicht gerät. Es gibt einige wunderbare Einblicke und tolle Charakterentwicklung, was unsere Liebesaffäre mit den Phantom Thieves nur noch vertieft hat.

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Back in Shibuya, there are some reunions to look forward to. (Credit: Atlus / In-Game Screenshot)

Hier kommt jedoch eines meiner Kernprobleme mit Persona 5: Strikers ins Spiel: Zwischensequenzen und Dialoge. Ein Problem, das aus dem Original übernommen wurde, ist die scheinbare Besessenheit mit ellenlangen Gesprächen, die zwar sehr gut geschrieben, aber langweilig werden. Es wäre schön gewesen, diese Abschnitte zu kürzen oder vielleicht eine Option anzubieten, um zu pausieren, zu speichern und später wiederzukommen (Abendessen ist fertig!).

Positiv anzumerken ist jedoch, dass in Persona 5: Strikers zwei fantastische neue Charaktere vorgestellt werden. Wir werden nicht näher darauf eingehen, wer sie sind, aber ihr werdet nicht enttäuscht sein – sie sind die perfekte Ergänzung zu den Phantom Thieves und bieten Komödie, Drama und alles, was ihr euch von einem neuen Persona-Charakter nur vorstellen könnt. Genug von der Story, wie läuft das eigentliche Gameplay ab?

Persona 5: Strikers Review: Das Gameplay wurde stark verändert

Die wohl größte Veränderung von Persona 5: Striker ist die Umstellung der Kämpfe. Es ist ein ein riesiges Risiko für eine so etablierte Formel, ich freue mich jedoch zu berichten, dass es wie ein absoluter Traum funktioniert.

Persona 5: Strikers ist von pompösen Titeln wie der Dynasty Warriors-Reihe inspiriert und zieht das Tempo an, indem es Nahkampf in die Serie einführt. Die Tastenkombinationen, die schnellen und starken Angriffe, die Fernkampfangriffe (mit euren Schusswaffen) und die Umgebungsgegenstände funktionieren grandios und beschleunigen das Tempo der Begegnungen. Der Kampf ist eine strategische und visuell atemberaubende Angelegenheit.

Die Personas sind aber immer noch da und hier kommt das wahre Genie des neuen Kampfsystems ins Spiel. Fast alle Features des Originalspiels sind noch da. Ihr verschmelzt Personas, upgraded sie und nutzt die einzelnen Fähigkeiten der verschiedenen Figuren, um Personas effektiv zu nutzen und die Kontrolle über das Schlachtfeld zu übernehmen.

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Die Verkettung von Kombos mit Persona-Attacken und Umgebungsvorteilen ist unglaublich lohnend... und unglaublich flashy! (Quelle: Atlus / In-Game Screenshot)

Das Wort, das es am besten beschreibt, ist "clever". Es hält euch in Bewegung und ihr habt, dank Einführung einer Sprungtaste, eine große Menge an Vertikalität in den Kämpfen. Die Kombination von physischen Angriffen mit Persona-Kräften, Gegenständen und Umgebungsmerkmalen ist die grellste, unterhaltsamste und cleverste Adaption der Persona-Formel, die wir je gesehen haben und wir haben jeden Kampf absolut geliebt.

An dieser Stelle beginnen wir jedoch mit der Diskussion über Negativpunkte in Strikers. Wir liebten jeden Kampf, aber als es um die Kerker ging, war das Tempo wieder einmal das Hauptproblem, das wir mit dem Spiel hatten. Es wäre schön, wenn Spiele wie diese nur Gegner präsentieren würden, die einen Sinn haben. Das ständige Grinden, das Kämpfen gegen einfache Gegner, einen nach dem anderen, nur um voranzukommen, ist längst überholt.


Das andere Problem mit den Kerkern ist, dass sie etwas zu zeigen scheinen, von dem ich nie dachte, dass ich es je in einem Persona-Spiel sehen würde: einen Mangel an Kreativität. Zum Beispiel: Erreicht die Spitze des Turms. Um dorthin zu gelangen, habt ihr drei Gegenstände freizuschalten, die sich jeweils an der Spitze eines eigenen Turms befinden. Jeder dieser Gegenstände erfordert, dass man andere Dinge sammelt, aktiviert oder ähnliches. Rinse and Repeat. *Schnarch*

Der Kampf ist spannend, schnell und eindrucksvoll, aber die Progression kann langsam und monoton sein. Der erste Kerker war eine besonders langweilige Angelegenheit, obwohl die nachfolgenden Kerker das Tempo anzogen und abwechslungsreicher und interessanter wurden – einige der Schauplätze waren absolut fantastisch! Ich liebte sie, und ich liebte fast jeden Moment mit ihnen, aber manchmal stöhnte ich auf, als ich entdeckte, dass die metaphorische Prinzessin in einem anderen Schloss war.

Um jedoch etwas aus dem Schlamm herauszutreten: insgesamt sind die Kerker ein absoluter Knaller, der sogar ein paar spaßige – wenn auch etwas einfache – Jump'n'Run-Features integriert. Fakt ist: Persona 5: Strikers ist ein Meisterwerk in Sachen Spieldesign, Kampf und Story-Erzählung. Aber das macht es leider noch nicht perfekt.

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Die Kämpfe sind mächtig, flashy und machen eine Menge Spaß! (Quelle: Atlus / In-Game Screenshot)

Persona 5: Strikers Review: Das Fazit

Am Anfang dieses Tests habe ich gesagt, dass ich sofort wieder hineingesogen wurde. Nach etwa 40 Stunden Spielzeit kann ich bestätigen, dass ich das verdammte Spiel nicht mehr aus der Hand legen kann. Das Spiel ist so gut, es verursacht Probleme zu Hause. Die Geschichte, das Setting, die Charaktere, alles ist meisterhaft konstruiert und hat mich immer wieder in seinen Bann gezogen. Das ist richtig, es hat mich angezogen, nicht gezwungen, sondern ruhig und sexy gelockt.

Das tat es durch seine Kämpfe, seine interessanten Neuerungen, seine neuen Features und seine wiederkehrenden Best-Hits. Persona 5: Strikers ist das perfekte Spinoff-Spiel, und obwohl es einige Schwächen hat, geht diese Perfektion nicht verloren. Wird es mein Spiel des Jahres werden? Nun, wir haben noch zehn Monate Zeit, um das herauszufinden: Es ist zumindest aktuell auf Platz 1!

  • Release Date: 23. Februar 2021
  • Entwickler: Atlus, Omega Force, P Studio
  • Genre: Fantasy-Action
  • Single Player
  • Zeit bis zum Durchspielen: 60-70 Stunden
  • Platformmen: PlayStation 4, PC, Nintendo Switch

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Original Artikel von EarlyGames Evan Williams