Necromunda: Hired Gun Review | Doom im 40k Universum | EarlyGame
Ordentlich Balleraction im Warhammer 40k Setting

Necromunda: Hired Gun Review | Doom im 40k Universum

Gaming
Necromunda Hired Gun Review
Necromunda: Hired Gun gibt euch einen Cyber-Kampfhund als Begleiter... Wie cool ist das denn? (Quelle: Focus Home Interactive)

Endlich Nachschub für alle Warhammer 40.000 Fans! Necromunda: Hired Gun ist da und ehrlich gesagt eine positive Überraschung. Wieso der schnelle und brutale Shooter im Warhammer 40k Setting mir eine Menge Spaß bereitet, man aber trotzdem seine Erwartungen nicht zu hochschrauben sollte, erfahrt ihr in unserer Necromunda: Hired Gun Review.

Erstmal vorneweg, ich bin großer Fan des Warhammer Settings und insbesondere vom Warhammer 40k Universum. Allerdings habe ich nie selbst das Tabletop gespielt oder irgendwelche Bücher gelesen. All mein Wissen zu Warhammer 40k stammt tatsächlich aus Videospielen und Erzählungen einiger Hardcore-Fans aus dem Bekanntenkreis. Wer sich schonmal mit Videospielen mit Warhammer -Lizenz beschäftigt hat, wird schnell feststellen, dass AAA-Produktionen hier eher die Ausnahme sind und die richtig guten Spiele vor allem im Strategie-Genre angesiedelt sind. Man denke nur an die hervorragende Dawn of War-Serie oder Total War: Warhammer.

Wer mehr Action und Geballer möchte, bekam 2011 Warhammer 40.000: Spacemarine, das tatsächlich richtig gut war, musste sich dann aber mit eher enttäuschenden Titeln wie Space Hulk: Deathwing zufriedengeben. Necromunda: Hired Gun ändert das! Obwohl es vom selben Studio wie Space Hulk: Deathwing kommt, nämlich Streum On Studio, ist es um Längen besser und trotz einiger Schwächen ein wirklich spaßiges Spiel.

Necromunda: Hired Gun Review – Spaßige Kampagne mit Schwächen

Wer auf eine tiefgreifende Story hofft, ist hier falsch! Die Kampagne von Necromunda: Hired Gun umfasst 13 Hauptmissionen – die durchaus abwechslungsreich gestaltet sind – die Story hält sich aber in Grenzen und ist nach etwa 15 Stunden durchgespielt. Kurz zusammengefasst: Ein Gildenhändler wurde getötet und wir wurden angeheuert, den Mörder zu finden. Wer da eigentlich für was verantwortlich ist und was wir überhaupt damit zu tun haben, wird trotz deutscher Sprachausgabe und einiger schicker Zwischensequenzen nicht wirklich klar – zumindest mir nicht, vielleicht hilft hier mehr Warhammer 40k-Wissen weiter...

Allerdings sind die einzelnen Hauptmissionen schön gestaltet und bieten tatsächlich auch Abwechslung. Mal befinden wir uns in ekligen Abwasserkanälen, mal klettern wir auf einem Kran rum und dann kämpfen wir auf einem fahrenden Zug... Lediglich die optionalen Nebenmissionen recyceln immer wieder die selben Level, was auf Dauer ziemlich repetitiv werden kann – aber sie sind halt auch optional, müssen also nicht gespielt werden. 

Necromunda: Hired Gun Review Grappling Hook
Mit dem Kletterhaken können wir uns in Necromunda: Hired Gun an Gegner, Objekte oder Wände ranziehen. (Quelle: Focus Home Interactive)

Necromunda: Hired Gun Review – Düster und brutal

Abgesehen von der etwas dünnen Story fällt eines aber direkt positiv auf, was das Herz jedes Warhammer-40.000-Fans höherschlagen lässt: Das unglaublich trostlose, düstere, brutale Setting. Der futuristische, aber trotzdem schmutzige Look, der Mix aus fortschrittlicher Technologie, die aber trotzdem aussieht, wie von Hand aus Metallabfällen zusammengeklöppelt... Genau das wünsch ich mir von einem Spiel mit 40k Lizenz – und genau hier überzeugt Necromunda: Hired Gun auch. Klar, der 40€-Titel ist keine AAA-Produktion und grafisch muss man hier und da einige Abstriche hinnehmen, insgesamt sieht das Spiel aber wirklich gut aus und gerade die teils nur spärliche Beleuchtung trägt zur Atmosphäre bei.

Unterstützt wird das stimmige Setting durch saftiges Geballer und Gespratze. Wer kein Blut sehen kann, sollte um Necromunda: Hired Gun also ein großen Bogen machen. Egal welche der verschiedenen Waffen – alles von Pistolen über Sturmgewehre und Schrotflinten, bis hin zu dicken Miniguns – man nutzt, die Gegner zerplatzen fast immer in mehrere Einzelteile, verlieren den Kopf oder hinterlassen zumindest eine ziemliche Sauerei. Und ganz ehrlich, das ist auch gut so, alles andere würde einfach nicht ins Setting passen.

Necromunda: Hired Gun Ambot
Die dicken Ambots sehen einfach unglaublich cool aus. (Quelle: Focus Home Interactive)

Necromunda: Hired Gun Review – Doom für Arme?

Kommen wir zum Gameplay. Auch hier gilt, wer Bock auf ein cooles Warhammer 40k Setting hat und auf schnörkellose Balleraction steht, bekommt genau das – aber eben auch nicht mehr. Ob man's glaubt oder nicht, am ehesten lässt sich das Gameplay von Necromunda: Hired Gun tatsächlich mit den neuen Doom-Titeln vergleichen. Rennen ist die Standardbewegungsgeschwindigkeit, wir können Sliden, Doppelsprünge machen, an Wänden Laufen und uns mit dem Kletterhaken an Gegner oder Wände ranziehen. Anvisieren wird überbewertet und der Abzug bleibt eigentlich durchgehend gedrückt.

Aggressives und schnelles Gameplay ist aber keine Option, sondern Pflicht. Die Hauptquelle für Heilung ist nämlich selber Schaden auszuteilen. Das, sowie weitere Skills und Eigenschaften, können in einem simplen Charaktersystem für In-Game-Währung, die wir nach jeder Mission erhalten, aufgelevelt werden. Ein bisschen mehr Gesundheit hier, kürzere Abklingzeiten da und auch aktive Skills wie ein Aim Assist, Zeitlupe und vieles mehr sind verfügbar. Allerdings sind gerade die aktiven Skills eher eine spaßige Abwechslung und nicht wirklich notwendig – ich hab sie zumindest kaum genutzt.

Das meiste davon funktioniert auch einwandfrei, es gibt hier und da, besonders bei Takedowns, aber noch buggy Animationen. Auch die Gegnervielfalt und -intelligenz hält sich leider etwas in Grenzen, was bei dem hohen Spieltempo aber nur selten auffällt. Gerade an den Animationen und zum Beispiel den übertriebenen Ragdoll-Effekten wollen die Entwickler aber zeitnah Verbesserungen vornehmen.

Necromunda: Hired gun Review Cyber Mastiff
Unser Cyber Mastiff mordet fleißig mit. (Quelle: Focus Home Interactive)

Oh, und haben wir schon den Hund erwähnt? Necromunda: Hired Gun stellt uns einen fiesen Cyber-Kampfhund als Begleiter zur Seite, den wir jederzeit zur Hilfe rufen und auch aufleveln können. Er markiert für uns Gegner in der Nähe und greift diese auch an. Da seine Killanimationen zwar cool, aber unglaublich langsam sind, habe ich den Mörder-Fiffi aber hauptsächlich als Ablenkung und zum Markieren der Gegner genutzt.

Necromunda: Hired Gun Review – Fazit

Necromunda: Hired Gun ist ein AA-Titel, der auf schnörkelloses Geballer mit ordentlich Blut im Warhammer 40k Setting setzt. Mehr sollte man nicht erwarten, dann hat man auch gute 15-20 Stunden Spaß – je nachdem, wie viele Nebenmissionen man absolviert. Die Waffen haben ordentlich Wumms und das flotte Run-and-Gun-Gameplay läuft bei mir (mit einer GTX 1080) auch auf höchsten Einstellungen mit konstant über 60 FPS sehr flüssig. Die Story ist etwas dünn und hier und da fehlt noch ein wenig der Feinschliff, ich bin aber noch auf keine gamebreaking Bugs gestoßen, auch wenn fehlerhafte Animationen regelmäßig vorkommen.

Wer Bock auf einen schnellen Shooter im Warhammer 40k Universum hat und keinen AAA-Titel erwartet, bekommt hier solides Action-Geballer mit stimmigem Setting zum AA-Preis. Wenn man sich auf Space Hulk: Deathwing gefreut hat und enttäuscht wurde, sollte man Necromunda: Hired Gun auf jeden Fall eine Chance geben. Ich persönlich würde allerdings dazu raten, vor dem Kauf die ersten Patches abzuwarten. Ein erster Patch wurde bereits veröffentlicht, die Entwickler haben aber schon Weitere angekündigt.

  • Release Date: 01.06.2021
  • Entwickler: Streum On Studio
  • Publisher: Focus Home Interactive
  • Genre: Action-Shooter
  • Single Player
  • Plattform: PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series, PC
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