Eldos vom BVB im Interview: "Ich habe mir nichts einreden lassen"

Interview Eldin Eldos Todorovac
Eldos ist FIFA-Esportler bei Borussia Dortmund | © Eldin Todorovac/BVB/EarlyGame

Bei Eldin "Eldos" Todorovac läuft es. Eine weitere Saison beim BVB, starke Zuschauerzahlen auf YouTube und Twitch und starke Leistungen vor der Konsole. Der junge Österreicher legt jetzt den vollen Fokus darauf, auch in FIFA 22 durchzustarten.

Angefangen nur im FIFA-Bereich, zeigt sich Eldin inzwischen auch mit Unterhaltungs-Content auf YouTube. Was sind also Eldins Ziele für die kommende Saison? Was erhofft er sich von FIFA 22? Und wie nimmt er seinen YouTube- und Twitch Aufstieg wahr? Das hat er im Gespräch mit uns erzählt.


Eldos im EarlyGame-Interview

EG: Du hast gerade noch gestreamt, habe ich gesehen, die Ratings kamen raus. Gehst du da mit bei dem, was EA da gemacht hat?

Eldos: Ja, da gehe ich schon auf jeden Fall mit. Klar kann man sich bei der Entscheidung Lewandowski – CR7 streiten, aber im Großen und Ganzen ist es echt wie erwartet.

Du hast ja auch mal auf Instagram angedeutet, dass du die Beta anzocken durftest. Was hast du da abschließend im Hinblick auf FIFA 22 für ein Gefühl?

Ich muss ehrlich sagen, dass ich ein echt gutes Gefühl für FIFA 22 habe. Zumindest für den Anfang wird es ein gutes Spiel, da bin ich mir recht sicher. Und dann muss sich EA halt überlegen, was sie für Patches machen.

Mit Blick auf deine Erwartungen für FIFA 22: Was erhoffst du dir von dem Spiel im Vergleich zu FIFA 21, gerade was die ganzen Diskussionen rundum Weekend League, Gameplay und Rewards angeht?

Was ich mir auf jeden Fall erhoffe in Sachen Gameplay ist, dass es wieder schnell wird, ähnlich wie in FIFA 21 am Anfang, das macht meiner Meinung nach echt viel aus. Dass die Spieler sich schnell spielen, die Skills schnell umgesetzt werden und alles schnell ausgeführt wird. Ein schnelles, offensiv geprägtes FIFA ist mir sehr wichtig. Von der Weekend League: Ich hoffe erst einmal, dass uns EA schnell Bescheid gibt, ob es wirklich nur noch 20 Spiele sein werden. Da müsste man sich bestimmt dran gewöhnen, aber das wird schon.

Du hast gesagt, das Gameplay soll schneller werden, wenn es nach dir geht. Ist das der einzige Punkt, der besser werden muss oder gehört da noch mehr dazu?

So Dinge wie Auto-Blocks waren auf jeden Fall auch ein Problem in FIFA 21. Aber auch Taktiken wie Team-Pressing waren teilweise viel zu krass, dass du aus Ständiger Druck gar nicht heraus konntest. Sonst muss ich aber sagen, dass es so Bug-Tore wie in FIFA 19 fast gar nicht gab, diese gechippten Reverse-Elasticos und gechippten Bolasie-Flicks und alles, aber eigentlich war es alles in allem ein ganz solides FIFA. Aber Gameplay-technisch hoffe ich, dass es wie FIFA 21 am Anfang wird. Ein sehr schnelles und offensives Spiel, in dem man viel skillen kann.

Insgesamt also: Glaubst du, dass FIFA 22 besser wird?

Ja, ich glaube schon, dass FIFA 22 besser wird als FIFA 21. Natürlich hoffe ich das auch – aber ich gehe davon aus und bin da sehr optimistisch.

Wenn wir dann jetzt mal auf deine persönliche Situation schauen, du hast vor kurzem beim BVB verlängert. Was sind deine Erwartungen für diese Saison beim BVB?

Genau, ich habe ja vor kurzem verlängert und hoffe deshalb, dass es wie das erste Jahr abläuft. Das lief nämlich sehr gut. Mir ist wichtig, dass intern weiterhin alles passt, dass alle gut miteinander kommunizieren, dass wir coole Sachen aufnehmen, aber natürlich auch, dass wir sportlichen Erfolg haben werden, sowohl ich persönlich als auch meine Jungs. Deshalb hoffe ich, dass wir einfach weiterhin Gas geben und wieder ein cooles Jahr gemeinsam haben.

In dem Zusammenhang, wie kann man sich den typischen Tagesablauf beim BVB als eSportler so vorstellen auch im Hinblick auf Trainingszeiten und Freizeit?

Also meine Trainingszeiten kann ich mir auf jeden Fall selbst einteilen und spielen, wann ich will. Mein ganz normaler Tag ist momentan, dass ich von 8-14 Uhr Schule habe, dann komme ich nachhause und gucke erst, was ich für die Schule erledigen muss. Dann streame ich meistens oder nehme ein YouTube-Video auf. Und Spiele habe ich dann generell, wenn die Qualifier-Turniere kommen. Vor den Turnieren gehe ich dann auf jeden Fall in den Schwitzer-Modus und bin vollkommen fokussiert.
Eldos BVB
Eldos bei seiner Vertragsverlängerung in Dortmund | © eldos.tdvc via Instagram

Wie siehst du das beim eSports generell, das ist ja schon eine Branche, die sich krass entwickelt, wenn wir uns jetzt mal alleine Elias‘ Schritt zum FOKUS CLAN anschauen. Wie schätzt du die Branche ein und wie wohl fühlst du dich da?

Ich sehe mich auf jeden Fall langfristig in der eSports-Branche. Ich finde einfach, dass der Bereich sehr viel Potenzial hat, der ganze eSport, nicht nur im Hinblick auf FIFA hat sehr viel Potenzial. Das muss man auf jeden Fall auch richtig ausnutzen, weil wie man jetzt auch bei Eli gesehen hat, ist es schon echt heftig, was für Möglichkeiten man hat. Das ist einfach ein heftiger Schritt, an der Stelle nochmal Glückwunsch an Eli, weil da sieht man auch einfach, was alles möglich ist mit harter Arbeit und was man dann auch alles erreichen kann.

Weil du gerade harte Arbeit gesagt hast, wie war das bei dir? Musstest du viel dafür tun, um so eine inzwischen beachtliche Reichweite aufzubauen und auf dem hohen Niveau auch zu spielen?

Ich glaube, bei mir war es eine Mischung aus Talent und harter Arbeit. Ich habe begonnen mit einem Turnier in Wien, das habe ich damals gegen die besten Pros Österreichs gewonnen und darüber bin ich dann zu meiner Agentur eSportsReputation gekommen. Dann hat das alles auch seinen Lauf genommen. Dann habe ich nicht direkt einen Verein gehabt, habe aber viel Weekend League gespielt und gestreamt. Damals mit einem Zuschauer, dann zwei Zuschauern, da hat erstmal nur mein Bruder zugeguckt und dann wurde es immer mehr, ich habe immer weitergemacht und mir nichts einreden lassen und mein Ding durchgezogen und jetzt stehe ich zum Glück hier.

Krasser Weg auf jeden Fall. Spürst du in dem Business denn Leistungsdruck auch aufgrund der hohen Zuschauerzahlen?

Ich sehe das relativ gelassen, muss ich sagen. Ich habe tatsächlich gar nicht diesen Druck von außen, sondern vielmehr mache ich mir den selber. Einfach weil ich diesen Ehrgeiz habe und mir denke: ‘In dem Turnier will ich weit kommen, in dem Turnier, das Spiel will ich hoch gewinnen’. Der persönliche Druck ist also teilweise schon recht hoch, wenn ich den aber schaffe auszublenden, spüre ich echt keinen Druck und mache mir da überhaupt keinen Kopf drüber, sondern ich mache einfach.

Ich denke viele FIFA-Spieler kennen das ja selbst, dass man sich alleine in der Weekend League schon schnell im Weg steht. Bist du schon mal in einem Turnier mehr oder weniger an dir selbst gescheitert?

Ich hatte genau das tatsächlich letztens in den WM Play-Offs. Ich habe das als so großes Ding gesehen und mir so viel Druck gemacht. Nachdem ich dann mit 1:0 reingestartet bin dachte ich: ‘Ja man, das ist es jetzt.’ Und dann fiel das 1:1, 1:2 und dann bist du mental schon angeschlagen. Das ist nämlich auch meine erste Competitive Saison jetzt, das erste Mal also, dass ich WM Play-Offs gespielt habe. Und da habe ich mir einfach zu viel Druck gemacht. Es war nicht mal das Problem, dass ich zu nervös war, sondern ich habe mir das zu hoch angesetzt, obwohl es nur ein ganz normales Turnier war, habe ich es als zu groß angesehen und dann nicht erfolgreich bestritten.

Kriegt ihr da Tipps vom BVB, um in solchen Situationen cool zu bleiben?

Auf jeden Fall. Ich versuche immer, die Erfahrung und Inputs meines Coaches (Anmerkung: BVB Coach & ehemaliger FIFA Profi „Stefan Gajduk“) und vom BVB in mein Spiel einfließen zu lassen und mixe das mit meinen eigenen Erfahrungen. Wenn etwas nicht passt, muss schnell umgestellt und reagiert werden, da ist ein erfahrenes Team in guter Chemie mit meiner Intuition natürlich gold wert.

Wie siehst du in der Branche die zu geringen Turniergelder, die häufig diskutiert wurden?

Ich habe ja eben einmal erwähnt, dass das Potenzial generell echt hoch ist. Und genau das mit den Turniergeldern ist ein Bereich, wo das Potenzial besonders hoch ist. Heißt, dass du die Turniergelder noch sehr in die Höhe schrauben kannst. Wenn wir uns mal Fortnite anschauen, da hat der WM-Sieger 2 Millionen US-Dollar bekommen im Solo und bei uns im Solo, im normalen WM-Cup hat MoAuba 250 Tausend Dollar bekommen, das sollte sich also auf jeden Fall steigern.

Kannst du dir auch vorstellen mehr in Richtung Content Creation zu gehen, so wie das Erné bei euch ist und nicht mehr nur im eSports zu sein?

Ich sehe mich auf jeden Fall in beiden Richtungen. Ich streame ja jetzt auch schon viel, auch in der Off-Season von FIFA, um einfach weiterhin die Leute zu unterhalten, aber auch um persönlich weiter durchzuziehen. Klar wird das auf jeden Fall leichter mit FIFA, aber ich sehe mich definitiv, wenn die Saison dann wieder vorbei ist in Unterhaltungs-Content wie Vlogs, Stadion-Vlogs in Dortmund oder Ähnlichem, womit ich momentan schon angefangen habe.

Zum Abschluss: Wer wird der Meta-Spieler in FIFA 22?

Mbappé Gold. Der hat halt wirklich eine sehr krasse Karte bekommen, die vor allem gar nicht wie so eine Gold-Karte wirkt, weil die Werte einfach schon so stark sind. Die Karte ist einfach richtig brutal, die hat ja sogar mehr Physis als Ronaldo. Ich könnte mir da wirklich vorstellen, dass am Anfang – gerade mit dem Pace – Mbappé der stärkste Spieler wird.

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